18. März – Chinesische Kühlschränke, botanischer Garten, und was es sonst noch Interessantes in Sydney gibt

2015-03-18 18.03. - Sydney 048Aufwachen bei strahlendem Sonnenschein – nee, eher nicht, unser Blick ging nur bis zur ca. 10 m entfernten Wand des benachbarten Hochhauses. Dass wir keinen Blick hatten, hatte aber durchaus Vorteile – es war nämlich ziemlich warm geworden und eine Klimaanlage gab es nicht bei Vera und Peter.

Aber wo keine Sonne hin kommt, wird es auch nicht wirklich heiß, wir hatten also eine angenehm kühle und ruhige Nacht.

Und den Sonnenschein-Blick gab’s dann beim Frühstück – auf dem Balkon (dort, wo wir letzte Nacht beim Wein gesessen waren), mit Blick auf Wasser und Boote.

Das Frühstück war eine “DIY”-Angelegenheit – Peter hatte Tassen, Teller und Besteck für uns auf die Küchentheke gestellt, ansonsten sollten wir uns einfach aus dem Kühlschrank bedienen. Nun hab ich möglicherweise noch nicht erwähnt, dass unsere Gastgeber aus China – genauer, aus Hongkong – stammten. Und dass der Inhalt des Kühlschranks ein klitzekleines Bisschen von dem eines mitteleuropäischen abwich.

Da, wo bei uns Käse und Schinken liegen, standen hier Schüsseln mit Fischsoße und eingelegtem Tofu oder ähnlichem. Im Gemüsefach tummelten sich vor allem chinesischer Kohl, außerdem Chilis, Ingwer, frischer Koriander und andere (durchaus lecker duftende!) Kräuter. Statt Butter gab es interessante Brotaufstriche, die allerdings mit Marmelade eher weniger harmonierten. Und irgendwas fischiges oder fleischiges schwamm in einer intensiv riechenden Lake. Richtig australisch war nur das Glas Marmite … schmeckt wie fest gewordenes Maggi und ist ein sehr beliebter Brotaufstrich in diesen Breiten!

Wir übten uns in Askese, rösteten Toastbrot, bestrichen es mit Margarine und Marmelade und setzten uns mit unserem Kaffee auf den Balkon.2015-03-18 18.03. - Sydney 001
Und schmiedeten Pläne für den Tag, der vor uns lag. Nachdem wir nun schon mal auf der “anderen” Seite wohnten, wollte ich unbedingt die Harbour Bridge zu Fuß überqueren.

Das 2015-03-18 18.03. - Sydney 004gehört zu den “1000 Dingen …”, die man mal gemacht haben soll/ muss/möchte. Und ich rede jetzt nicht von den halsbrecherischen Klettereien über die Brückenbögen, für die man bis zu 400 $ bezahlen muss, sondern vom ganz normalen gemütlichen Drüber-Gehen. Das kostet nix.

So gaaanz einfach, wie es sich anhört, war es natürlich mal wieder nicht – wir mussten den Aufgang zur Brücke erst mal finden! Eine Beschilderung – Fehlanzeige. Aber mit einer gewissen Hartnäckigkeit schlichen wir um die Brückenpfeiler herum, bis wir den Aufgang fanden.

Aber dann! Ein Panoramablick toller als der nächste – ich mute euch jetzt einfach mal eine kleine Auswahl zu:
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Panoramablick auf ein Zipfelchen Nord-Ufer (links) sowie Hafen undOper. Die gelb-grünen Fähen pflügen hin und her und verbinden den CBD (=Central Business District) mit den diversen Vororten, die teils einfach nur um die Ecke liegen, teils aber eben auch auf der anderen Seite des Hafens.
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Mehr als einen Kilometer lang ist die Brücke (genau: 1.149m ) – und damit keiner runterspringt, wird a) mit drastischen Geldstrafen gedroht und b) ist der gesamte Fußweg komplett vergittert (was das Fotografieren eindeutig erschwert!)
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Was für ein Anblick: Die Oper, dahinter blitzt grün der botanische Garten, rechts die Anlegestellen der Fähren am Circular Quay – und ganz rechts ein schon fast unvermeidliches schwimmendes Hochhaus, aka “Kreuzfahrtschiff”.
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Ein Blick nach oben – verwirrendes Stahlgeflecht. 53.000 Tonnen Stahl hat der Brückenbau verschlungen, 6 Millionen Nieten halten das Ganze zusammen. Acht Fahrspuren und zwei Bahngleise, außerdem ein Fußweg – insgesamt ist die Brücke 49 m breit. Rund 90.000 Fahrzeuge überqueren die Brücke tagtäglich …Fußgänger werden nicht gezählt 😉
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Wir nähern uns dem Ende – rechts unten ganz vorne, der gelbe Kreisel, ist das sündhaft teure Park Hyatt (Standard-Zimmer um die 950$ – pro Nacht!)

Drüben angekommen ignorierten wir die üblichen Touristenspots und wandten uns nach rechts, in die “Rocks”. Die steilen verschachtelten Straßen dieses ältesten Viertels der Stadt besuchen Touristen eher selten. Dabei ist die Gegend wirklich einen Spaziergang wert: Dort thront nicht nur das Observatorium ganz oben auf den Sandsteinfelsen, sondern es gibt auch lauschige Ecken und viele kleine alte Häuser (die im Moment offenbar vom Abriss bedroht sind, wenn man den vielen Plakaten glauben kann, die für den Erhalt des Stadteils plädieren).
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Und natürlich kann man hier auch äußerst stilvoll und teuer wohnen, direkt am Wasser: Eine ganze Reihe ehemaliger Lagerhäuser wurden zu Apartments und Lofts für zahlungskräftige Leute umgebaut.
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Damit man nicht völlig vergisst, dass der Stadtteil “The Rocks” heißt, hat man einen dezenten Hinweis mitten auf die Straße platziert.
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Unter der Brücke durch – kurzer Blick nach oben, um die vielen Tonnen Stahl noch mal zu mustern – und schon waren wir wieder am Circular Quay.
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Auch hier wieder alte Lagerhäuser, dieses Mal aber nicht bewohnt, sondern bewirtschaftet – in jedem befindet sich ein Restaurant.
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Um den Hafen herum, an den Fähranlegern vorbei – dann steht man vor der Oper!
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Und die ist auch beim zigsten Mal noch spektakulär und fotografierenswert – egal, aus welcher Perspektive!

Unmittelbar hinter dem Vorplatz der Oper beginnt der botanische Garten. Wie überall in Australien ist der Eintritt frei. Riesige uralte Bäume, bunte Blumenrabatten … eine Oase!
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Und mitten drin das beeindruckende alte Government House.
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Zwar wohnt der Gouverneur von New South Wales derzeit nicht in dem Haus mit den vielen Schornsteinen, es soll aber künftig wieder als Wohnsitz des amtierenden Gouverneurs dienen und wird derzeit innen auf einen zeitgemäßen Stand gebracht.

So schön das alles war – allmählich wurden wir etwas fußlahm und sehnten uns nach Kaffee und einem kleinen Imbiss. Und weil es a)mal wieder nach Regen aussah und wir b) “daheim” bei Vera und Peter noch einen Rest Kuchen gebunkert hatten und c) Fähren-Fahren so viel Spaß macht, schwangen wir uns auf die nächste Fähre und gondelten vom Circular Quay aus auf die andere Seite.
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Gerade noch rechtzeitig, bevor der Guss, der im Hintergrund für einen zarten Regenbogen sorgte, auch uns erwischte …
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Dachten wir – allerdings brach der Regen dann haargenau in dem Moment los, als wir ausstiegen! Immerhin gab es am Anleger ein Dach, wo wir das Schlimmste erst mal abwarten konnten …

Jedenfalls war nix mit Kaffee auf dem Balkon, denn dort war alles nass – wir setzten uns also ins Wohnzimmer, wo Peter in der offenen Küche heftig am Kochen war. Da ich extrem neugierig vielseitig interessiert bin, musste ich einfach mal schauen, was da so gesotten und gebrutzelt wurde. Und bekam natürlich prompt eine Kostprobe – mmmmh, war das lecker (auch wenn es nicht unbedingt zu Kaffee und Kuchen passte). Peter hatte Rindfleisch in einer würzigen Brühe gekocht, es hauchdünn geschnitten und mit frischem Koriander und einer scharfen Soße (haufenweise Chilis!) in ein Schälchen zum Probieren gefüllt. Also kochen kann er wirklich!

Und erzählen ebenfalls – wir waren bald in wechselseitigen Reiseerlebnisse vertieft, die Peter noch anhand alter Landkarten verdeutlichte. Mit Interrail hatte er ganz Europa bereist – vom hohen Norden bis runter nach Spanien und von dort weiter nach Marokko und Tunesien. Südostasien kannte er genauso gut wie wir – und war begeistert, dass wir seine Heimat, Hongkong und die New Territories, schon bereist hatten. Peter lud uns zum Essen ein – wir wussten aber, dass die beiden eigentlich heute ihren Sohn besuchen wollten und das Gekochte als Mitbringsel gedacht war und lehnten dankend ab.

Sein weiteres Angebot nahmen wir allerdings hocherfreut an – er wird uns morgen früh zum Flughafen fahren! Das ersparte uns das Gezitter, ob wir pünktlich ein Taxi bekommen würden.

Statt chinesisch zu essen ging’s für uns ein letztes Mal in den Darling Harbour, zu “Helm”, wo wir bereits 2011 prima gesessen und prima gegessen hatten. Der Blick auf den Hafen vom oberen Geschoss aus ist überwältigend – auch wenn Fotografieren durch die Scheibe bei tief stehender Sonne nicht unbedingt gute Resultate bringt. Aber die Stimmung könnt ihr sicher nachvollziehen!
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Und das Essen war ebenfalls wieder prima! Ein letztes Mal mit der Fähre zurück …
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Das war’s dann … fast! Denn natürlich gab es noch die letzten Reste aus unserer Weinflasche auf dem Balkon (der war inzwischen wieder trocken!).

Ein Kommentar zu “18. März – Chinesische Kühlschränke, botanischer Garten, und was es sonst noch Interessantes in Sydney gibt

  1. Man wird ganz wehmütig, daß sich eure wunderschöne Reise so langsam dem Ende zuneigt. Aber es war noch einmal ein herrlicher Tag, den ihr in Sydney verbracht habt, und ich bedanke mich für die ganz ausgezeichnete Stadtführung 🙂

    Am besten gefiel mir der Spaziergang über die Brücke. Das waren wirklich grandiose Blicke – und großartige Panoramaaufnahmen…

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